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PREYER: Interview mit dem Autor von PICHLACEKS ENDE - im Rückwärtsgang

Und es waren doch die Geheimdienste!

Ein Kabinettstück als Geheimtipp – wie sich die Ermordung Christian Pilnaceks tatsächlich zugetragen haben könnte, enthüllt ein neues Aufdeckerbuch.

 

Rudolf Preyer: „Herr Prayner, von mehreren Seiten hört man, dass Sie sich hinter einem Pseudonym verstecken: Wer sind Sie wirklich?“

Armin Prayner: „Fragen Sie das meinen Agenten! Nein, im Ernst. Dazu möchte ich mich nicht äußeren.“

Rudolf Preyer: „Konkreteres kann ich Ihnen nicht entlocken?“

Armin Prayner: „Nein, weil: von verschiedenen Seiten hat man mir bedeutet, dass ich jetzt vorsichtig sein muss. Mit dem Pichlacek-Buch habe ich mich viel zu weit aus dem Fenster gelehnt, sagt man mir im Vertrauen.“

 

Recherche hat gerade erst begonnen

Rudolf Preyer: „Sie schreiben mit einem Pseudonym, um rechtlich auf der (vermeintlich) sicheren Seite zu stehen, richtig?“

Armin Prayner: „… vielleicht …“

Rudolf Preyer: „Ist das nicht irgendwie auch feig?“

Armin Prayner: „Nun, die Sache hat nichts davon, wenn es einen recherchierenden Journalisten weniger gibt.“

Rudolf Preyer: „So, Sie fürchten gar um Ihr Leben?“

Armin Prayner (nach reiflicher Überlegung): „Ich ziehe es vor, auf diese Frage nicht zu antworten.“

Rudolf Preyer: „Und machen Sie trotzdem weiter – in Ihrer Recherche?“

Armin Prayner: „Selbstverständlich! Das Buch versteht sich gewissermaßen als ,Zwischenbericht‘, wenngleich in fiktionalisierter Form. Kurzum: Meine Recherche geht selbstverständlich weiter – vielmehr hat sie gerade erst begonnen.“

 

Natürlich weiß man, um wen es sich handelt

Rudolf Preyer: „Worum geht es also in Ihrem Buch?“

Armin Prayner: „Es handelt sich hierbei um die letzten Lebensstunden von Pichlacek – wie schon der Titel verspricht: im Rückwärtsgang erzählt.“

Rudolf Preyer: „Mit Pichlacek meinen Sie Pilnacek, oder?“

Armin Prayner: „Nach Rücksprache mit meinem Anwalt – ein bekannter Mann, der auch lange für die Staatsanwaltschaft gearbeitet hat –, möchte ich mich hier einer Aussage entschlagen.“

Rudolf Preyer: „Aber waren Sie auch gut beraten, als Sie diese Namen der handelnden Personen ,erfunden‘ haben – pardon, machen Sie uns doch nichts vor: Jeder, der in Österreich schon mal eine Zeitung aufgeschlagen hat, weiß, um wen es sich bei den Figuren im wirklichen Leben handelt. Was hat Sie da geritten, Herr Prayner?“

Armin Prayner: „Ich möchte in diesem Zusammenhang an die künstlerische Freiheit appellieren – und auch darauf hinweisen, dass es im Intro des Buches heißt, dass alle Figuren frei erfunden sind und …“

 

Gretchenfrage Pressefreiheit

Rudolf Preyer (unterbricht): „Ich muss Sie korrigieren: Dieser Hinweis findet sich im Buch nicht.“

Armin Prayner (blättert sein Buch durch): „Huch! Sie haben recht. Das lässt sich in der nächsten Auflage ändern. Können wir diese Frage bitte streichen?“

Rudolf Preyer: „Darf ich Ihnen eine Gegenfrage stellen, Herr Prayner: Wie halten Sie es denn mit der Pressefreiheit?“

Armin Prayner: „Wie wir alle wissen, stehen wir auf den Schultern von Riesen, und das sind unsere Altvorderen der 1848er-Revolution. Die Pressefreiheit ist in der Tat ein hohes Gut.“

Rudolf Preyer: „Schön, dass wir das klären konnten, Herr Prayner. Apropos: Was halten Sie denn von den Versuchen, Peter Pilz‘ Buch bzw. einzelne Artikel mittels SLAPP-Klagen von verschiedenen Seiten verbieten zu wollen?“

Armin Prayner: „In Sachen Wahrheitsfindung kommen Pilz gewiss große Verdienste im gegenständlichen Fall zu. Zu nennen sind auch die Journalisten Erich Vogl von der Kronen Zeitung und Michael Nikbakhsh mit seinem Podcast ,Dunkelkammer‘, die hier aufklärerisch tätig sind. Während das Buch von Gernot Rohrhofer eher den ÖVP-Spin darstellt, muss klar sein: Jede (Partei-)unabhängige weitere Stimme im Konzert macht es ,den Großen‘ schwerer, heil aus dem Untersuchungs-Ausschuss herauszukommen.“

 

Was vom U-Ausschuss zu erwarten ist

Rudolf Preyer: „Apropos U-Ausschuss: Was erwarten Sie sich denn von diesem?“

Armin Prayner: „Ich werde diesen selbstverständlich begleiten – und gegebenenfalls mein Buch auch aktualisieren.“

Rudolf Preyer: „Was würden Sie jetzt schon ändern?“

Armin Prayner: „Man hat mir, wie gesagt, zugetragen, dass ich sehr nahe an der Wahrheit dran bin – heute glaube ich, dass es nicht so war, wie ich es ursprünglich angenommen habe: dass also mehrere Geheimdienste direkt involviert waren. Mit meinem heutigen Wissen würde ich das Buch umschreiben zu: es war „nur“ – das reicht ja –: der Mossad.

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KURZ, DIE GESCHICHTE

Pichlacek verlässt das Haus gegen ein Uhr und wird frühmorgens in einem Seitenarm der Donau tot aufgefunden, mit dem Gesicht nach oben. Was war aber in der Zeit dazwischen geschehen?

 

DARUM DAS PSEUDONYM

Unter den gegebenen Umständen möchte der bekannte österreichische Journalist lieber unter einem Pseudonym schreiben: es ist schon zu viel passiert! Sollte ihm dennoch „etwas passieren“: Bitte erinnern Sie sich daran: Sie haben es hier zuerst gelesen.

 

PICHLACEKS ENDE – im Rückwärtsgang

Gebundene Ausgabe; 64 Seiten

Maße (L/B/H): 20,9/13,2/0,8 cm (passt perfekt in die Sakkotasche)

ISBN 978-3-7115-8727-5

Preis: 18 Euro

Erhältlich/bestellbar im gut sortierten Buchhandel bzw. via

 

www.story.one/de/book/pichlaceks-ende-im-ruckwartsgang/


Lese-Probe

[19. Oktober 2023, vormittags]

 

Beim Empfang in der ungarischen Botschaft in Wien stehen sie bei einem Gläschen Wein zusammen – und nach einem sicher 30-minütigen intensiven Gespräch fasst sich der Geschasste ein Herz: Pichlacek – er wird auch gerne als „Türsteher der Justiz“ bezeichnet – bittet den FPÖ-Geschäftsführer Hafenegger, raschestmöglich einen Termin mit Parteichef

Herbert Kinkl zu vereinbaren: Dem FPÖ-Chef möchte er, der von den schwarzen

Netzwerkern schon seit Jahren aufs Abstellgleis verbannt worden ist, von den

Machenschaften der ÖVP berichten. Namentlich habe er über die Herren Knap und Sabatko sein Herz auszuschütten; er möchte endlich Schluss mit all den Lügen machen – und sein Gewissen erleichtern.

Im Laufe der Jahre habe er einiges an Material über bestimmte Damen und Herren (jeglicher Couleur) zusammengetragen; wollen wir es beim Namen nennen: wir sprechen über Dossiers, die in Wahrheit Kompromate sind.

Später würde FPÖ-Generalsekretär Hafenegger gegenüber mehreren Tageszeitungen versichern: Es sei evident gewesen, dass Pichlacek vor seinem Tod über die Machenschaften hoher ÖVP-Kreise auspacken wollte.

Konkret erinnerte er sich auch, dass er keinen resignierenden Menschen gesehen habe, sondern jemanden, der um seine berufliche Rehabilitation kämpft. „Jemand, der sich

umbringen will, macht sich keine Termine aus. Er wollte etwas mitteilen.“ Dieser Satz Pichlaceks habe sich ihm eingebrannt:

„ICH WERDE AUSPACKEN“!

 

KEIN ENDE,

 

SONDERN ERST DER ANFANG